Präsentation der Zwischenergebnisse:

Bericht zur Bürgerinformationsveranstaltung am 09.01.2020

Das erste Etappenziel ist geschafft: Bei einer Bürgerinformation stellten Susanne Bauer, Oliver Prells (beide PV) und Anni Schlumberger (HIT) die Ergebnisse der ersten Phase („Bestandsaufnahme“) zur Erarbeitung eines Ortsentwicklungskonzepts für die Gemeinde Seefeld vor.

Rund 40 Bürgerinnen und Bürger, unter ihnen auch zahlreiche Gemeinderäte und Mitglieder des Lenkungskreises, hatten sich am Donnerstag, den 09. Januar, gegen 19:00 Uhr im Gemeindesaal Peter und Paul eingefunden, um sich einen Überblick geben zu lassen über das, was bisher im Rahmen des Prozesses erarbeitet wurde.

Rückblick auf Gesamtprozess

Bevor es um die konkreten Ergebnisse ging, war es den Moderatoren wichtig, noch einmal einen Blick auf den Gesamtprozess zu werfen und die Bedeutung der einzelnen Etappen für ein nachhaltiges und tragfähiges Entwicklungskonzept herauszustreichen. Ausgehend von einer umfassenden Bestandsanalyse (Phase 1) sei es im nächsten Schritt (Phase 2) notwendig, sich intensiv Gedanken über mittel- und langfristige Entwicklungsziele zu machen: Wie soll sich die Gemeinde entwickeln? Welche Ziele sollen in der Gesamtentwicklung und in Bezug auf die einzelnen Handlungsfelder verfolgt werden? Erfahrungsgemäß werden nicht alle Ziele gleichermaßen zu realisieren sein, d.h. es wird Zielkonflikte geben, die politische Entscheidungen notwendig machen.

Bevor aber diese Ziele nicht definiert sind, sei es wenig sinnvoll, umfangreiche Maßnahmen umzusetzen

Hingehen sei es durchaus möglich und auch wünschenswert, kurzfristig umsetzbare und dringende Punkte bereits vor Abschluss des Konzepts auf den Weg zu bringen, so, wie es bereits in den letzten Monaten geschehen ist.

Wo kommen die Ergebnisse her?

Ziel der Bestandsaufnahme war es, Stärken und Schwächen der Gesamtgemeinde und der einzelnen Ortsteile gemeinsam mit der Bürgerschaft zu ermitteln und Handlungsbedarfe zu identifizieren. Dazu hatten die Bürgerinnen und Bürger zwischen Juli und September im Rahmen der Auftaktveranstaltung sowie anschließend über die Online-Plattform, Postkarten, Mails oder Briefe die Gelegenheit, ihre Anliegen und Erfahrungen einzubringen. Alle Beiträge – insgesamt 600 – wurden auf der Online-Plattform gesammelt, unabhängig davon, über welchen Kanal sie eingebracht wurden. Außerdem wurden die Kernaussagen aus allen Beiträgen extrahiert und, wenn möglich, zusammengeführt.

An die breite Beteiligungsphase schlossen sich drei Ortsteilwerkstätten im Oktober und November an, bei denen die Beiträge von den Teilnehmenden gesichtet, ergänzt und konkret verortet wurden. Hier zeigte sich, dass es in jedem Ortsteil Bereiche gibt, bei denen sich verschiedene Funktionen und Anforderungen überlagern, insbesondere in den jeweiligen Ortskernen.

Die Ergebnisse wurden anschließend ausgewertet, sortiert und zusammengefasst sowie ergänzt mit den Erkenntnissen aus der Gemeinderatsklausur 2018, der Agenda-Gruppen (Ortsbild 2014 und Regenerative Energien 2018) sowie der Initiative Hechendorf (2019).

Ergebnisse: Wo besteht Handlungsbedarf?

Nach Handlungsfeldern

  1. HF Wohnen: Zielbestimmung/ Bedarf, Entwicklungs- (und Tabu-)flächen für die Schaffung von Wohnraum, Nachverdichtungspotenziale, Standorte für besondere Wohnbedürfnisse („bezahlbar“/ Mehrgenerationen/...)
  2. HF Infrastruktur/ Öffentlicher Raum/ Ortsbild: Entwicklung der Ortskerne, Rathaus, Schaffung von Identifikations- und Treffpunkten im öffentlichen Raum
  3. HF Gewerbe: Zielbestimmung/ Bedarf, Entwicklungs- (und Tabu-)flächen für die Entwicklung von Gewerbeflächen
  4. Verkehr: Umfeld/ Erreichbarkeit des Bahnhofs, Harmonisierung des Verkehrs in den Ortsteilzentren/ Verkehrsdämpfung in den Durchgangsstraßen, Bearbeitung einzelner Gefahrenstellen, Nahmobilität
  5. HF Miteinander: Spiel- und Bolzplätze, Sportanlagen

  6. HF Umwelt: Freiraumkonzept, Anreiz-Konzept für nachhaltige Investitionen/ Maßnahmen

Folgende räumliche Schwerpunkte haben sich herauskristallisiert:

  • Seefeld: Hauptstraße, Marienplatz
  • Hechendorf: Alte Hauptstraße, Günteringer Straße (Südwest), Inninger Straße
  • Drößling: Starnberger Straße (Kirche/ Kriegerdenkmal)
  • Unering: (Ortskern)
  • Meiling: (Ortskern)

Kurzfristig umsetzbare Ideen und Maßnahmen

Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden bereits verschiedene Ideen gesammelt. Manche konnten bereits auf den Weg gebracht oder sogar umgesetzt werden, u.a. wurde das viel kritisierte Ärgernis der doppelten Straßennamen gelöst, der als „Schuttplatz“ bezeichnete Bauplatz an der Inninger Straße geräumt und beschlossen, künftig regelmäßig und ausführlicher über Entscheidungen des Gemeinderates zu informieren.

Im Laufe des Jahres sind darüber hinaus weitere Maßnahmen geplant, u.a. zur Verbesserung der Barrierefreiheit an Bushaltestellen, der Ausbau der Gehwege, die Einrichtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Gestaltung verschiedener Spielplätze sowie Fördermaßnahmen zum Klimaschutz (einen detaillierten Überblick finden Sie hier).

Davon abgesehen wäre eine Reihe weiterer kurzfristig umsetzbarer Maßnahmen denkbar, bspw. das Aufstellen von Mitnahmebänken, diverse Beschilderungsmaßnahmen sowie das Einrichten eines Bouleplatzes oder einer Wohnraumtauschbörse anbieten, die möglicherweise kurzfristig umsetzbar wären – vor der Verabschiedung des Ortsentwicklungskonzepts.

Ausblick: Wie geht es weiter

Abgesehen von den kurzfristig umsetzbaren Ideen gibt es eine Fülle von Themen, die eine vertieftere fachliche Analyse und eine Gesamtkonzeption bedürfen. Dazu zählt beispielsweise die Verkehrsthematik. Hier sei es zu empfehlen, einen Experten hinzuziehen, um unterschiedliche Maßnahmen auch sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Während der heißen Phase des Kommunalwahlkampfes wird der Schwerpunkt vor allem auf der fachlichen Bewertung liegen, d.h. es werden bis Mitte/Ende Mai verschiedene Fachgutachten erstellt.

Der Beteiligungsprozess wird dann nach der Kommunalwahl mit Phase 2, der Erarbeitung von Zielen, fortgesetzt. Auch dabei werden die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, ihre Anliegen und Ideen einzubringen.

Anregungen aus dem Publikum

Im Anschluss an den Informationsteil hatten die Anwesenden die Gelegenheit, ein Feedback zum bisherigen Prozess zu geben. Dabei kam vor allem die Frage auf, wie es gelingen kann, noch mehr Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Angeregt wurde:

  • Einrichtung eines Newsletters auf der Beteiligungsplattform
  • Größere Banner (und mehr davon)
  • Knalligere Plakate (und diese sollten aber auch an mehr Stellen verteilt sein)
  • Vollverteilung eines Flyers/Postwurfsendungen an alle Haushalte zum Start der neuen Phase
  • Sichtbarere Informationen auf der Gemeindehomepage, z.B. Laufbanner

 

Welche Ideen haben Sie? Schreiben Sie uns, per Mail oder diskutieren Sie mit hier im Forum!

Aktuelles

Was passiert denn gerade?

06.12.2021 - Corona hat zwar den Beteiligungsprozess eine Weile auf Eis gelegt und erschwert noch immer die weitergehenden Planungen, trotzdem steht der Prozess nicht still. Im Hintergrund wird bereits an der Umsetzung von eingegangenen Vorschlägen gearbeitet. Unter "Was ist schon passiert" (unten auf dieser Seite) haben wir für Sie die geplanten und abgeschlossenen Projekte zusammengefasst. Schauen Sie doch mal rein!

18.11.2021, Lenkungskreistreffen

Seit dem Bürgerdialog ist nun schon einige Zeit vergangen. Im Hintergrund wird seither an der Umsetzung der eingegangen Vorschläge und Ideen gearbeitet. Einige Projekte wurden auch schon umgesetzt, schauen Sie doch mal hier.
Am 18.11.2021 hat sich außerdem auch der Lenkungskreis getroffen: Neben dem aktuellen Stand der Dinge in den jeweiligen Themenfeldern (Krankenhaus, Gewerbe, Verkehr...), wurde auch die nächste Bürgerbeteiligung im kommenden Frühjahr besprochen. Werfen Sie doch gerne auch mal einen Blick ins Protokoll.

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